Sonnenfinsternis am 12. August 2026: Auswirkungen auf die PV-Erzeugungsprognose
Von Jonathan Simon, Produktmanager bei enercast
Am 12. August 2026 ereignet sich über weiten Teilen Europas eine Sonnenfinsternis. Für Betreiber von Solaranlagen, Netzbetreiber, Direktvermarkter und Energiehändler stellt sich die Frage: Wie wirkt sich dieses Ereignis auf die Photovoltaik-Erzeugung aus? Und wie wird der Effekt in der enercast-Leistungsprognose berücksichtigt?
Quelle: NASA/GSFC Scientific Visualization Studio (NASA SVS), „Animationen der totalen Sonnenfinsternis vom 12. August 2026 – Verfolgung des Schattens“, Visualisierung von Ernie Wright (USRA), produziert von Joy Ng (eMITS). NASA SVS – Sonnenfinsternis 2026
Von der Arktis bis zur Iberischen Halbinsel: Die Sonnenfinsternis zieht über weite Teile Europas
Die Zone der totalen Sonnenfinsternis verläuft am 12. August 2026 über den Arktischen Ozean, Grönland, Island, den Atlantik sowie Teile Spaniens und Portugals. In großen Teilen Europas wird die Sonne nur teilweise vom Mond verdeckt.
Schon seit der Renaissance wurden Sonnenfinsternisse präzise vorhergesagt, z. B. durch Edmond Halley, und chinesische Überlieferungen lassen vermuten, dass man sich in China bereits vor etwa 4.000 Jahren mit der Beobachtung und möglichen Vorhersage von Sonnenfinsternissen beschäftigte.
Dank hochpräziser Beobachtung und Modellierung der Erdrotation und Umlaufbahn des Mondes um die Erde können Forschende die astronomischen Verhältnisse wie den Zeitpunkt und Pfad einer Sonnenfinsternis bereits viele Jahre im Voraus mit einer Genauigkeit von unter einer Sekunde und einem Kilometer vorhersagen. Hieraus lassen sich wiederum Beginn, Dauer und Stärke der Verschattung für den Standort einer konkreten Solaranlage berechnen. Aus der Kombination von Sonnenstand, Bewölkung und den Eigenschaften der Anlage kann so die Erzeugung der Solaranlage während der Sonnenfinsternis vorhergesagt werden.
Sonnenfinsternisse sind bei enercast fester Bestandteil der Leistungsprognosen
enercast berücksichtigt Sonnenfinsternisse seit vielen Jahren automatisch in seinen Solarleistungsprognosen. Der Effekt wird innerhalb der Produkte enercast PFS, enercast PFA, enercast SEF sowie enercast YAS für jeden Standort einzeln im 15-Minuten-Takt berechnet. Er ist damit sowohl in den aktuellen Prognosen als auch in Backcasts enthalten.
Seit 2026 berücksichtigen nun auch einige numerische Wettervorhersagemodelle (NWV-Modelle) des europäischen Wetterdiensts ECMWF und des Deutschen Wetterdiensts DWD die Effekte von Sonnenfinsternissen. Allerdings bilden die von den Wetterdiensten bereitgestellten Daten die Sonnenfinsternis nur in einer vergleichsweise groben zeitlichen Auflösung ab (z. B. stündlich). enercast wendet daher zur Strahlungsinterpolation spezielle Algorithmen auf Basis von an die Sonnenfinsternis angepassten Clear-Sky-Modellen an. So kann die Abschwächung der PV-Erzeugung auch für diese NWV-Modelle korrekt in der viertelstundengenauen Solarleistungsprognose dargestellt werden.
Das Prognosediagramm im enercast Portal zeigt, wie die PV-typische Glockenkurve während der Sonnenfinsternis am Abend des 12.08.2026 im Vergleich mit anderen Tagen zunächst steiler abfällt, um dann – je nach Standort – kurz vor Sonnenuntergang nochmals anzusteigen oder langsam auszulaufen.
Kurze Totalität und Abendsonne begrenzen den Effekt der Sonnenfinsternis auf die PV-Erzeugung
Selbst in der Zone der totalen Sonnenfinsternis muss die Prognosekurve nicht stark einbrechen. Zum einen verändert sich der Bedeckungsgrad der Sonne während der Sonnenfinsternis rasch, vom ersten Kontakt des Mondes mit der Sonnenscheibe bis zum Ende der Sonnenfinsternis dauert es an den meisten Standorten weniger als zwei Stunden, nur in Island und Grönland etwas mehr. Die Totalität hält selbst an den am stärksten betroffenen Standorten nur etwas über zwei Minuten an. Die je Viertelstunde gemittelte Abschwächung der PV-Erzeugung ist daher niemals 100 Prozent.
Zum anderen findet die diesjährige Sonnenfinsternis am Abend statt, in Spanien etwa kurz vor Sonnenuntergang. Die erwartete PV-Erzeugung ist zu diesem Zeitpunkt bereits niedrig. Außerdem kann Bewölkung den zusätzlichen Effekt der Sonnenfinsternis weniger deutlich erscheinen lassen.
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Bei enercast arbeiten wir fortlaufend an der Verbesserung unserer Prognosen der Stromerzeugung aus Wind und Solar. Wenn Sie mehr erfahren möchten über unsere neuesten Produktverbesserungen und wie Sie davon profitieren können, kontaktieren Sie uns gerne direkt per Telefon, Mail oder über unsere Website.

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