Vermiedene Netznutzungsentgelte (vNNE) durch optimale Kraftwerkssteurung

  • Zusätzliche Einnahmen durch vermiedene Netznutzungsentgelte (vNNE)
  • Senkung der Betriebskosten
  • Berechnung der Höhe der vermiedenen Netznutzungsentgelte

cs_sw_rostock_kraftwerkssteuerungHerausforderung

Kraftwerke, die dezentral in nachgelagerten Spannungsebenen angeschlossen sind, können durch verbrauchsnahe Erzeugung Netzkosten für vorgelagerte Spannungsebenen vermeiden, da dezentral erzeugter KWK-Strom ohne Belastung der vorgelagerten Netzebenen dem Verbraucher zugeführt werden kann.

Im heute praktizierten, handelspunktorientierten Marktsystem der StromNEV §18 wird diese Leistungserbringung der dezentralen Erzeugung durch eine Zahlung an das Kraftwerk in Höhe der vermiedenen Netznutzungsentgelte entgolten. Die Kompensation erfolgt durch Zahlungen des Netzbetreibers an in sein Netz einspeisende dezentrale Kraftwerke.

Die GuD-Anlage der Stadtwerke Rostock AG ist eine hocheffiziente KWK-Anlage, die laut StromNEV eine Vergütung in Form der vermiedenen Netznutzungsentgelte (vNNE) im Rahmen der Einspeisevergütung nach KWKG bzw. EEG erlaubt. Die Herausforderung der Stadtwerke Rostock AG besteht darin, den Zeitpunkt der Jahreshöchstlast und der Jahreshöchst-Bezugslast der E.DIS AG aus dem vorgelagerten Netz zu ermitteln. Eine besondere Herausforderung dabei ist der hohe Anteil an Windkraftanlagen im Netzgebiet der E.DIS AG.

Lösung

Die Stadtwerke Rostock AG hat hierfür zwei Prognosen entwickelt, welche zum einen jeweils die Last der E.DIS AG berechnet und zum anderen die Bezugslast aus dem ihr vorgelagerten Netz prognostiziert. Der Anteil der Windkraft im Netz der E.DIS AG ist sehr hoch, daher beziehen die Stadtwerke Rostock AG für ihre Berechnung enercast Windleistungsprognosen für das Gebiet der E.DIS AG, um die Stromproduktion aus Windkraft im Netz der E.DIS AG exakt zu bestimmen.

Aus der Prognose E.DIS Last können die Stadtwerke Rostock ausrechnen, wann die Höchstlasten eintreffen und steuern dementsprechend das GuD-Kraftwerk. Mit der Prognose der E.DIS Entnahme vom vorgelagerten Netzbetreiber (ÜNB), in die auch die enercast Leistungsprognosen fließen, ermitteln die Stadtwerke Rostock den Wert und den Zeitpunkt der Jahreshöchst-Bezugslast. Durch die Ermittlung der Werte Jahreshöchstlast und Jahreshöchst-Bezugslast kann das Stadtwerk die vermiedenen Netznutzungsentgelte errechnen.

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Nutzen

Da der Anteil der Windkraft im Netz der E.DIS ein sehr großer Faktor ist, kann die Stadtwerke Rostock AG mit den Wind-Leistungsprognosen der enercast GmbH das GuD-Kraftwerk optimal steuern, um bei Bedarf Strom in das Netz der E.DIS AG einzuspeisen. „Durch unsere gezielte Kraftwerkssteuerung können wir den Strom verbrauchsnah in das vorgelagerte Netz einspeisen. Dadurch erhalten wir zusätzliche Einnahmen durch vermiedene Netznutzungsentgelte und senken unsere Betriebskosten“, so Ulrich Kraeft, Leiter Querverbund der Stadtwerke Rostock AG. „Das gezielte Hochfahren unseres Kraftwerks ermöglicht uns einen hohen Betrag einzusparen.“

Kunde | Stadtwerke Rostock AG

Die 1990 gegründete Stadtwerke Rostock AG mit Sitz in Rostock ist ein lokales Energieversorgungsunternehmen und versorgt die Einwohner und Unternehmen in der Stadt Rostock mit Fernwärme, Erdgas und Strom. An der Stadtwerke Rostock AG sind die Verbundnetz Gas AG und die Westmecklenburgische Energieversorgung AG (WEMAG) jeweils mit einem Anteil von 12,55% beteiligt.

2013 wurde ein Umsatz von knapp 255 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Umsatz verteilt sich auf den Verkauf von 1.265 GWh Gas, 772 GWh Fernwärme und 362 GWh Strom. 2007 gründete die Stadtwerke Rostock Aktiengesellschaft ihr Stromnetz in die Stadtwerke Rostock Netzgesellschaft aus.

www.swrag.de

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